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Trauer um Norbert Lumbe

Veröffentlicht am 03.12.2025 in Gemeindenachrichten

Über die Kraft des Wortes 

Die SPD Radolfzell trauert um Norbert Lumbe. 

1963 in die SPD eingetreten oder, wie er selbstironisch sagte, „von seinem Vater angemeldet“, war er über 60 Jahre ein Kämpfer für sozialdemokratische Werte und Überzeugungen. 
Geboren unmittelbar nach Kriegsende im Jahre 1945 und seit 1989 Gemeinderatsmitglied in Radolfzell, viele Jahre davon Fraktionsvorsitzender.

Norbert Lumbe war "Brückenbauer", Vermittler, Erklärer und Versteher. Sein politisches Geschick und die Kraft seiner rhetorischen Worte werden uns sehr fehlen. Genauso wie seine wertvolle Beratung und sein immenses Wissen über die politische Entwicklung der Stadt Radolfzell. 

Lest hier unseren kompletten Nachruf. 

 

 

Über die Kraft des Wortes 

Trauer um Norbert Lumbe

Die SPD Radolfzell trauert um ihren langjährigen Fraktionsvorsitzenden Norbert Lumbe. 
1963 in die SPD eingetreten oder, wie er selbstironisch sagte, „von seinem Vater angemeldet“, war er über 60 Jahre ein Kämpfer für sozialdemokratische Werte und Überzeugungen. 
Geboren unmittelbar nach Kriegsende im Jahre 1945 würde man annehmen können, dass Norbert Lumbe ein typischer „68er“ war, der wie so viele Sozialdemokraten jener Generation nach anfänglicher Sympathie mit der Revolution letzten Endes den „langen Marsch durch die Institutionen“ angetreten hat und mit fortschreitendem Alter zunehmend gemäßigter wurde. Seine Ambitionen jedoch waren nie umstürzlerisch. Grundsätzlich war ihm jegliche Form der Radikalität fremd und er suchte stets den Kompromiss beziehungsweise die Entscheidung qua Überzeugung. Er setzte ausschließlich auf die Kraft des Wortes.
Im Gemeinderat der Stadt Radolfzell, dem Norbert Lumbe seit 1989 angehörte, trat er stets mit großer Ruhe, brillantem Verstand und immenser rhetorischer Kraft auf. Seine Art der politischen Auseinandersetzung und der konsensualen Lösungsfindung, nach der man andere mit Worten von der bestmöglichen Lösung überzeugt, prägte die Arbeit des Radolfzeller Gemeinderates über die vergangenen beinahe vier Jahrzehnte. Es wird dies eines der Vermächtnisse Norbert Lumbes bleiben und wird den Gemeinderat und dessen Arbeit auf lange Sicht weiter prägen. 
Seine umfassende Sachkenntnis über sämtliche städtische Projekte in und um Radolfzell, das Wissen über die Genese derselben ebenso wie seine personelle Vernetzung in der Stadt machten Norbert Lumbe zu einer schier unerschöpflichen Quelle für politisches Agieren auf kommunaler Ebene. Dies kam nicht nur seiner Fraktion zugute, sondern auch der Partei, in der er über die Jahre auch immer wieder Vorstandsämter innehatte, stets solche, bei denen die Kraft des Wortes von Bedeutung war: Pressesprecher und Protokollant.
Dabei war es nicht immer ganz einfach zwischen Norbert Lumbe und seiner SPD. Gerne hätten manche Genossinnen und Genossen mehr parlamentarische Durchschlagskraft für ihre sozialdemokratischen Anliegen gesehen. Vermutlich hätte der Fraktionsvorsitzende auch gerne viele dieser Anliegen umgesetzt, doch stand Norbert Lumbe immer für das Machbare. Er argumentierte und agierte stets unter Zurkenntnisnahme systemischer und politischer Zwänge. Diese Konstellation führte nicht selten zu durchaus harten Auseinandersetzungen, die beide Seiten Kraft kosteten. Und dennoch hätte Norbert Lumbe diese Auseinandersetzungen niemals vermeiden wollen, denn Diskussion und Diskurs waren für ihn ein Wesenskern der Demokratie. Die Kraft des Wortes.
Er stand bis zuletzt immer für seine Partei zur Verfügung, leistete Kärrnerarbeit, holte Flyer von der Druckerei, stand bei jedem Wetter am Wahlstand, nahm alle Termine wahr – von der inhaltlichen und redaktionellen Arbeit, die eine Partei in ihren Wahlkämpfen und öffentlichen Auftritten zu leisten hat, ganz zu schweigen. 
Zur Kommunalwahl 2024 wollte Norbert Lumbe nicht mehr antreten. Aber sein Verantwortungsethos und seine Treue zur Partei machten es dem Vorstand möglich, Norbert Lumbe noch einmal für eine Kandidatur zu gewinnen. Auf einem hinteren Listenplatz erhielt er dennoch so viele Stimmen, dass er natürlich wieder in den Gemeinderat einzog. In der Konsequenz sollte in der laufenden Legislaturperiode eine geordnete Machtübergabe erfolgen. Vor wenigen Wochen beging Norbert Lumbe seinen 80. Geburtstag. Das sollte der Moment des Rückzugs von allen Ämtern und von seinem Mandat werden. Alles war bereits geregelt, die Stadtverwaltung informiert, die Nachfolger bestens ausgerüstet. 
Ein Leben ohne Gemeinderat und ohne politische Verpflichtungen war ihm jedoch nicht mehr vergönnt. Am Samstagnachmittag ist Norbert Lumbe gestorben. 

Die Partei und die Fraktion verneigen sich vor seinem Lebenswerk. Wir werden seiner in Ehren gedenken. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.


Hannes Ehlerding
(Co-Vorsitzender der SPD Radolfzell)

 

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