Anerkennung für eine mutige Frau

Veröffentlicht am 06.09.2008 in Veranstaltungen

Sozialistische Bodensee Internationale verleiht Prix Wasserfrau

"Du weischt ja, warum...". Viele Worte machte der Chef einer Baufirma nicht, als er Sonja Wiesmann das Kündigungsschreiben überreichte. Von einem Tag auf den anderen wurde eine geschätze Mitarbeiterin zur unerwünschten Person. Dafür gab es nur zwei Gründe: Sonja Wiesmann war schwanger und erwartete Zwillinge. In der Schweiz schützt das Gleichstellungsgesetz schwangere Frauen vor dem Arbeitsplatzverlust. Doch der Schutz stand nur auf dem Papier, erfuhr Sonja Wiesmann wie viele andere Frauen vor ihr. Doch sie wehrte sich - mit Erfolg. Für diesen Einsatz verlieh ihr die Sozialistische Bodensee-Internationale (SBI), die Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten rund um den Bodensee, jetzt den Prix Wasserfrau.

Der Prix Wasserfrau geht auf eine Anregung der Schweizer Parlamentsabgeordneten Hildegard Fässler zurück. Die SBI verleiht den Preis jährlich an Menschen oder Vereinigungen, die sich um die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen verdient gemacht haben.

Eine fünfköpfige Jury unter Fässlers Vorsitz wählte die diesjährige Preisträgerin aus. Denn Sonja Wiesmann ging nicht den Weg des geringsten Widerstands. Wie in der Schweiz üblich wurde ihr ein Auflösungsvertrag angeboten, der ihr ein gutes Arbeitszeugnis und eine Abfindung garantiert hätte. Doch Wiesmann wollte nach dem Mutterschaftsurlaub wieder erfolgreich als Bauführerin arbeiten, sie wollte Familie mit ihrem Beruf, vereinbaren. Daher klagte sie und bekam vom Bezirksgericht in Frauenfeld Recht: Die Kündigung war rechtswidrig, stellten die Richter fest. Wiesmann wurde auch beruflich rehabilitiert. Sie habe "überdurchschnittliche Leistungen" erbracht.

Dieser Musterprozess strahle auf andere Fälle aus, sagte Nationalrätin Hildegard Fässler. Der Richterspruch mache anderen Frauen Mut, sich zu wehren. Arbeitgebern werde dagegen deutlich gemacht, dass das Schweizer Gleichstellungsgesetz nicht nur auf dem Papier stehe, sondern auch durchgesetzt werden könne.

Wiesmann wurde vor Gericht von der St. Galler Rechtsanwältin Veronica Hälg vertreten, die in ihrer Laudatio auf das langwierige Gerichtsverfahren zurückblickte.

Der Prix Wasserfrau ist eine Bronzefigur, die jedes Jahr von der Schweizer Künstlerin Irene Thoma neu gegossen wird. Keine Auszeichnung gleicht daher der anderen. Mit der Auszeichnung ist zudem ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro verbunden.

Bild: Laudatorin Veronica Hälg, Sonja Wiesmann und SBI-Vizepräsidentin Olga Pircher

 

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