Hängen die Trauben zu hoch?

Veröffentlicht am 15.12.2010 in Veranstaltungen

Wo gibt es Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen? Eine Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD brachte Unternehmern verwertbare Informationen zu den verschiedenen Fördertöpfen von Bund, Land und Europa.

Kleine mittelständische Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Mitarbeitern verantworten immerhin 4/5 der Arbeitsplätze in Deutschland. Der Gründungswille scheint trotz Krise ungebrochen. Die vor 2 Jahren eingeführte Mini GmbH mit der Möglichkeit des eingeschränkten Stammkapitals hat erfolgreich gegriffen. Laut Statistischem Bundesamt ist im 1. Halbjahr 2010 ein Rückgang der Gründungen von nur 0,9% festzustellen. Selbst die Zahl der Betriebsschließungen ist mit 3,1% niedriger als zur gleichen Zeit in 2009.

Wolfgang Himmel, Leiter der Translake GmbH in Konstanz, kann in Zusammenarbeit mit Mareike Lemke (Erläuterung möglicher Fördermittel) aus differenzierter Erfahrung zum Themenkreis ‚’Problematik Gründungsrisiko’, ’Nachhaltige Investition’ und ‚Angebote der Förderung durch EU, Bund, Land’ berichten:

„Fördermittel sollen so zielgerecht wie möglich eingesetzt werden, um etwas damit zu erreichen“, so Wolfgang Himmel. „Zuschüsse, Darlehen, Bürgschaften sind grundsätzliche Größen, die es zu diskutieren gilt. Der Eigenanteil des Antragstellers kann hier durchaus als einzusetzende Bringschuld verstanden werden. Dessen Vorhaben muss klar definiert, transparent - weil verständlich und nachvollziehbar - dargestellt werden.

In vielen Fällen müssen ein nicht unbeträchtlicher monetärer Eigenanteil im Vorfeld bereitgestellt bzw., bereits bezahlte Rechnungen für das Vorhaben nachgewiesen werden. In keinem Fall aber darf das Projekt bereits begonnen sein, bevor alle notwendigen Anträge gestellt worden sind.“

Eine Präsentation zu den Fördermöglichkeit steht hier als kostenloser Download bereit.

„Ist nach der Krise vor der Krise?“, regt ein Teilnehmer nachdenkliche Diskussion an. Peter Friedrich, MDB, Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für den Mittelstand und die freien Berufe, stellt fest: Die Unternehmer haben die Krise vorbildlich pariert. Es sind keine auffälligen Einbrüche und Unternehmenspleiten festzustellen. Dennoch: durch intensivere Nutzung der eigenen Reserven während der Krise wird nun festzustellen sein, wie flexibel die Unternehmen in Zukunft auf den Markt reagieren. Wir werden erst jetzt sehen, wie sie sich im Falle von Fremdfinanzierung auch für die Zukunft absichern können, während Ihr Eigenkapital, Ihre Rücklage geschrumpft, das Unternehmensrisiko so erst durch ihr im eigentlichen Sinne vorbildliches Verhalten größer geworden ist.

Die Frage nach der Stabilität des Euro, nach dem Wert deutscher Exportkraft im Falle einer unterschiedlichen Bewertung des Euro im zahlungsschwächeren Ausland, u.a., waren Fragen, die die Teilnehmer bewegten.

Hintergrundanalysen, durch Peter Friedrich transparent erläutert, im Diagramm optisch verdeutlicht, offenbarten Zusammenhänge im wirtschaftlichen Kontext, machten genauso Mut, der Zukunft weiter zu vertrauen. „Unsere Erfahrung ist, dass die Fördertöpfe nicht optimal genutzt werden“, stellt Peter Friedrich abschließend fest.

Dank der AGS SPD Kreis Konstanz an die engagierten Referenten, an nicht weniger engagierte und interessant nachfragende Teilnehmer des Abends. Dank genauso an den Leiter des Hauses, Bernd Widmann, der seine Räume für die Veranstaltung geöffnet, für gute Atmosphäre und für Verpflegung gesorgt hatte. Weitere Themenveranstaltungen der AGS werden per Einladung und im Internet frühzeitig bekanntgegeben. (BRU)

 

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