HAUTPSACHE: GESUND!

Veröffentlicht am 08.02.2011 in Allgemein

Dieser Ruf eilt uns und unserem Wünschen stets voraus. Wann? Wenn ein Kind geboren wird. Wenn jemand Geburtstag hat. Wenn wir unsere Zukunft betrachten.
Und: wenn das Leben hinter uns nicht leicht gewesen ist, die Füsse dagegen noch immer tragen, wenn "die Augen es tun", wenn gar ein selbständiges Bewirtschaften der eigenen Wohnung im Alter möglich geblieben ist.

Trägt sie nicht schon Früchte, die sportive Gesellschaft mit hohem Freizeitwert und dem
individuellen (selbstverliebten?) Streben, schlank,
knackig, selbstbewusst, für jeden Fall aber gewappnet
zu sein?

Sind wir denn gesund?

Oder sollten wir doch dem Trend aufwendig gestalteter Apothekerzeitung glauben, dass wir uns lange
schon im defizitären Raum bewegen, da Zusatzstoffe und Selbstmedikation uns helfen, Mangelerscheinung vorzubeugen..., um so frisch, fröhlich und, weitestgehend durch uns selbst steuerbar, unsere Zukunft zu parieren?

Sind sie übertrieben, die Unkenrufe, die sagen: „Wir sind es selbst – unsere Gesellschaft krankt!
Und: sie krankt vor allem an ihrer Seele“. Das Ergebnis drücke sich dann in übervollen Arztpraxen
und im ewigen, nicht enden wollenden Gerede über Krankheit (nicht über Gesundheit!), aus …

… genauso in wachsenden Kosten zugunsten einer hochentwickelten Medizin und zugunsten des Nutz-
niessers, des Patienten selbst, ganz sicher aber zugunsten eines aufwendig zu steuernden Apparates, wie es eine Krankenkasse und die Gemeinschaftspraxis um die Ecke inzwischen geworden sind.

Unsere Landtagskanditaten Zahide Sarikas (Konstanz) und Hans Peter Storz (Singen) hatten zur Podiumsdiskussion im Mehrgenerationenhaus der Diakonie Radolfzell eingeladen.

Auf dem Podium:
Peter Friedrich, MdB (SPD), Dr. Ewald Weisschedel, Arzt in Konstanz, Dr. Michael Vetter,
Apotheker aus Stockach und Uwe Daltoe für die AOK Hochrhein-Bodensee.

Ihre gemeinsame Frage: „GEHT ES UM GESUNDHEIT ODER PROFIT?“

Es war nicht schwer, die breitgesteckte, will sagen komplexe (fehlentwickelte?) Problematik heraus-
zuarbeiten, zu entdecken. Die Ausgaben des medizinischen Fortschritts stehen einer ausgebremsten Wirtschaftskraft eklatant entgegen. Falsches Gesundheitsverhalten und die Nachfrage nach Leistungen auch dann, wenn deren Kosten steigen, sorgen dafür, dass Verwaltung und medizinisches Personal un- verhältnismässigen Aufwand „erzwingen“.

Das Kosten-Nutzen Verhältnis ist wenig transparent. Ein Flickenteppich an Neuregelungen und staatlich verordneten Auflagen für Arzt, Klinik, Apotheke weckt Frust und den zunehmenden Eindruck, dass medizinische Hilfeleistung für den Patienten nachrangiges Ansinnen werden muss.

Der „grossen Politik“ aber (hier Schwarz-Gelb!) scheint der ursprüngliche Gedanke eines solidarischen Systems aus Bismarckschen Zeiten, Ungleichheit (weil gemessen am Geldbeutel) bzw. sogenannte Zwei(Drei)klassenmedizin zu hindern, in weite, für den Patienten nicht mehr fühlbare Ferne gerückt.

Die Angst des Bürgers, nicht mithalten zu können, in Zukunft nicht ausreichend versorgt zu sein, wächst. Der Schrei nach alternativer Möglichkeit mit weniger Abhängigkeit, dem Eindruck, nicht über Gebühr fremdbestimmt zu sein dagegen scheint noch immer erstaunlich leise …

Fragen aus dem Publikum waren eher Fragen zum Verständnis der Sachlage. Unsicherheit von hier aus allenthalben. Und offensichtliche Bereitschaft, sich ein- bzw. unterzuordnen. Noch funktioniert es ja, das Kassensystem, das uns die „charmante Wahl“ (Zitat Apotheker Dr. M. Vetter) punkto Medikament, Arzt
und Krankenhaus gewährt.

Das Wort „Profit“ fiel in der Diskussion tunlichst nicht bzw. nur ausversehen. Genauso mutierte Lobbyismus zum Fremdwort, das wohl heute für niemanden unliebsames Thema werden wollte.

Kritisch betrachtet waren zur insgesamt gut besuchten Podiumsdiskussion alle Opfer versammelt: Politiker, Apotheker, Arzt, Krankenkasse und wir ... die nicht erkannten und eher schweigsamen Patienten.

Komplexe Zusammenhänge und die Not, das Gewirr der inneren Zusammenhänge in unüberschaubarem Gesundheitssystem wieder auflösen zu können, wurden aber glaubhaft vorgestellt.

Geldnot, Personalnot und wachsender Frust auf medizinischer Seite hatten thematisch in allem Disput die Oberhand.

Einleitung und Ausleitung dagegen waren profund und sorgsam überlegt vorgetragen (Zahide Sarikas und Hans Peter Storz). Hier hatte der kranke Mensch und dessen Bedürfnisse die Oberhand, genauso der Vorschlag, anderes System zu generieren (Stichwort BÜRGERVERSICHERUNG).

In einem zweiten Treffen müsste man wohl darüber reden, wie das Kranken unserer Gesellschaft per Prävention frühzeitig gehindert, entsprechende Kosten sinnvoll auf nun agierende (nicht zu spät reagierende) Schiene umgelegt werden könnten ...

... Und, wie es aussehen mag, wenn Gesundheit bezahlbar, Kranksein finanzierbar werden, wenn unser Gesundheitswesen schlechthin gemäss solidarischem Prinzip für alle wieder "funktionieren" kann ... (BRU)

Bericht Südkurier Radolfzell, Ausgabe 8. Feb. 2011:

http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Sorge-um-das-Wohl-des-Patienten;art37245,4715299

Informationen zum SpitzenThema BÜRGERVERSICHERUNG (SPD):
http://www.spd.de/Politik/7934/buergerversicherung.html

 

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